Aus Natur&Umwelt – Winterfütterung

Informationen zur Winterfütterung der heimischen Vögel

“Vogelfreunde sollten sich darüber im klaren sein, dass Winterfütterung und Naturschutz zwei Paar Schuhe sind”, erklärt NABU-Vogelexperte Dr. Markus Nipkow. Untersuchungen zeigen: Die Vogelfütterung in Städten und Dörfern kommt etwa 10 bis 15 Vogelarten zugute. Dazu gehören Meisen, Finken, Rotkehlchen und Drosseln. Die meisten von ihnen haben stabile oder wachsende Populationen, und keine dieser Arten ist in ihrem Bestand gefährdet. Von wenigen Ausnahmen abgesehen (z.B. den seltener werdenden Haus- und Feldsperlingen) erreicht das Füttern rund um’s Haus also nicht diejenigen Vögel, die im Mittelpunkt notwendiger Schutzbemühungen stehen oder stehen sollten. Dadurch kann die Winterfütterung zum Artenschutz letztlich nur einen kleinen Beitrag leisten.
Besonders energiereiches Fett- und Weichfutter brauchen z.B. Rotkehlchen.

Rotkehlchen im Schnee

Beachte:
Der starke Rückgang vieler Vogelarten ist nicht auf den winterlichen Nahrungsengpass zurückzuführen. Daran sind sie seit Urzeiten angepasst. Entscheidend ist, ob die Vögel einen geeigneten Lebensraum für sich finden. Der Rückgang vieler heimischer Vogelarten geht auf den Verlust oder die Verschlechterung ihrer Lebensräume zurück. Ernsthaft bedrohte Vogelarten kann eine Winterfütterung nicht retten. 

Was kann man tun?
Stängel und Sämereien sowohl in Gärten als auch an Wegrändern fehlen jetzt. Viele Menschen haben ein tiefes Bedürfnis, zu helfen, einfach etwas zu tun und sich über den Besuch der Gefiederten erfreuen zu können. So ist der nächste Schritt: den eigenen, häufig viel zu eintönigen Garten nun auch vogelfreundlich zu gestalten. Deshalb sollten verblühte, samenhaltige Pflanzen nicht im Herbst entsorgt, sondern stehen gelassen werden. Das eine tun und das andere nicht lassen – unter diesem Motto könnten sich Winterfütterung und Naturschutz treffen.